Projektland Philippinen

 

Die Philippinen:   

Offizieller Name:

 Republica ñg Pilipinas (in Pilipino)
Republic of the Philippines (in Englisch)

Landesfläche :

 300, 000 km2 (115, 831 miles)
(davon Festland: 298,171 km2)

Einwohnerzahl:

 93.6 Mio. (UN, 2010)

Hauptstadt:

 Manila

Bevölkerung:

 Tagalog 28.1%, Cebuano 13.1%, llocano 9%,
Bisaya/Binisaya 7.6%, Hiligaynon/llonggo 7.5%,
Waray   3.4%, and others 28.7%

Lebenserwartung:

 71 Jahre (m), 75 Jahre (f) (UN)

Sprachen:

 Die Amtssprache ist lt. Verfassung von 1987 Pilipino
(basierend auf Tagalog), Englisch ist weit verbreitet,
daneben gibt es zahlreiche unterschiedliche Sprachen

Religionen:

 82% Katholiken, 9% Protestanten, 5% Muslime,
3% Buddhisten, Naturreligionen …

Staatsform:

 Präsidialrepublik

 

Die Philippinen sind ein Archipel, das aus mehr als 7.000 Inseln besteht, aufgeteilt in 3 Hauptregionen: Luzon, Visayas und Mindanao.
Der Hauptteil der Bevölkerung lebt auf 11 der Inseln. 65% der Bevölkerung lebt in den städtischen Ballungsgebieten. Etwa 37% der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Die Philippinen sind das 12. bevölkerungsreichste Land der Erde.

 

Ein großer Teil des Landes ist gebirgig und anfällig für Erdbeben und Ausbrüche der 21 noch aktiven Vulkane.
Die Philippinen werden außerdem regelmäßig von Wirbelstürmen heimgesucht.
Staatsform ist die Präsidialrepublik (Präsident seit 2010 ist Benigno Simeon „Noynoy“ Cojuangco Aquino III.)  mit einem Zweikammerparlament (Kongress/Kongreso), bestehend aus dem Senat (Senado; 24 auf sechs Jahre nach Mehrheitswahlrecht direkt gewählte Senatoren) und dem Repräsentantenhaus (Kapulungan Mga Kinatawan; Legislaturperiode: drei Jahre mit max. 250 Sitzen).
Die Philippinen sind das einzige mehrheitlich katholische Land in Asien und die röm.-kath. Kirche übt noch immer großen Einfluss in Gesellschaft und Politik aus.
Nach der Kolonialisierung durch Spanien (300 Jahre), Japan (2. Weltkrieg) und zuletzt die USA, erlangten die Philippinen 1898 die Unabhängigkeit von Spanien, 1946 von den USA.

Armut ist ein anhaltendes Problem der Philippinen, die staatliche Wirtschaftspolitik war bisher nicht in der Lage die weit verbreitete Armut zu mildern. EineR von 3 Philippin@s muss mit weniger als 1,35 USD auskommen (1 kg Reis = ca. 0,85 USD).
Im Asiatisch-Pazifischen Raum nehmen die Philippinen Rang 3 ein in der Liste der Länder mit der größten Kluft zwischen Arm und Reich (davor kommen nur noch Nepal und China).  2008 war das Kapital der 20 reichsten Familien  genauso hoch wie das der 10.3 Mio. ärmsten Familien auf den Philippinen.

 

Politische Stabilität ist ein weiteres großes Thema des Landes. Die Wiederherstellung der Demokratie nach dem Sturz des Diktators Ferdinand Marcos, der die Philippinen 14 Jahre unter Kriegsrecht regierte, ist daran gescheitert politische Stabilität hervorzubringen.

Die Regierungszeit der 4 nachfolgenden PräsidentInnen wurde immer wieder von Staatsstreichen bedroht.
Zudem gerieten die Friedensverhandlungen in den internen Konflikten in eine Sackgasse und die Regierung fährt mit dem bewaffneten Kampf gegen Moros (Mindanao) und kommunistische Rebellengruppen fort. Dies führte und führt zur Vertreibung unzähliger Menschen, vor allem auf Mindanao. Eine der als am gefährlichsten eingestuften Gruppen gilt Abu Sayyaf, die im südlichen Mindanao aktiv sind und auf deren Kosten in den letzten 2 Jahren etwa 20 Kidnapping-Fälle gehen.

Korruption ist noch immer eine tief verwurzelte Praxis innerhalb der Regierung. In den letzten Jahren wurden die Philippinen als das korrupteste Land Südostasiens bezeichnet, es überholte damit Indonesien und Thailand.

Die Philippinen haben die UN Kinderrechts-Konvention (Convention on the Rights of the Child, CRC) 1990 unterzeichnet, und waren damit der 31. Unterzeichner-Staat.  Ebenso unterzeichneten die Philippinen die 2  Zusatzprotokolle zur Konvention (UNCRC Optional Prococols). Diese Zusatzprotokolle befassten sich mit Themen wie Kinder in bewaffneten Konflikten, Kinderhandel, Prostitution und Pornographie.
Der Staat hat große Schritte vollzogen um der Konvention durch verschiedene neue Gesetze gegen Kindesmissbrauch und Ausbeutung zu entsprechen, dennoch gehen Rechtsverletzungen und Zuwiderhandlungen weiter.
Zu den Verstößen gehören der mangelnde Zugang zu qualitativ guter Grundbildung und Gesundheitsversorgung und der mangelnde Schutz vor Kinderhandel, Prostitution und Pornographie und der Rekrutierung von Kindersoldaten in den Konfliktgebieten.
Es gibt weiterhin kein Verbot von körperlicher Bestrafung von Kindern in der Familie.
Auch Übergriffe gegen Kinder, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen und die Ermordung von Straßenkindern sind weiterhin bestehende Verletzungen der Kinderrechte.

terre des hommes in den Philippinen

terre des hommes Deutschland begann in den frühen 1980er Jahren in den Philippinen aktiv zu werden. terre des hommes arbeitet mit Partnerorganisationen auf lokaler Ebene und Basisorganisationen zusammen, um Projekte für Kinder innerhalb ihrer Lebensgemeinschaften auf dem Land und in städtischen Gebieten durchzuführen. Der Fokus liegt dabei auf Kindern, die in besonders armen und marginalisierten Verhältnissen leben.
Mindanao ist und bleibt dabei, wegen der Vernachlässigung und des anhaltenden bewaffneten Konflikt,  die Region in der terre des hommes vor allem tätig ist.

In den letzten Jahren unterstützt terre des hommes vor allem Projekte zum Recht der Kinder auf Grundbildung und Bildung, die die kulturelle Identität der Kinder anerkennt und berücksichtigt, auf Gesundheitsversorgung und Programme zu Adoption und Unterbringung in Pflegefamilien.
Weitere Schwerpunkte sind Projekte zum Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. Es handelt sich dabei um Projekte, die sich für die Belange von Kindern in der Prostitution, gehandelte Kinder, Kinder in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, Kindersoldaten, von den bewaffneten Auseinandersetzungen betroffene Kinder, Straßenkinder und Kinder, die in Konflikt mit dem Gesetz geraten sind.

Auch auf den Gebieten Gewalt gegen Frauen, Schutz der Umwelt, Förderung und Respekt vor kultureller Vielfalt und der Unterstützung des Kampfes der Indigenen Gruppen und Kleinbauern um ihr angestammtes Land unterstützt terre des hommes Projekte.

Im Zeitraum 2010 bis 2012 liegt der Schwerpunkt der Programmarbeit auf
– dem Schutz von Kindern in gewaltsamen Konflikten, dies umfasst sowohl Kinder in umkämpften Gebieten als auch Kinder, die in einem Umfeld urbaner Gewalt leben
– der Unterstützung von Initiativen, die sich für den Erhalt biologischer und kultureller Vielfalt einsetzen
– dem Schutz von Kindern, deren Lebensgrundlage durch Bergbau und Großplantagen gefährdet sind
– der Hilfe für Kinderarbeiter, vor allem im ländlichen Raum
– der Durchsetzung des Rechtes von Kindern auf Namen und Staatsangehörigkeit (als Grundlage zur Wahrnehmung wichtiger Grundrechte in einem Staat)

In allen Projekten ist terre des hommes vor allem die, in der Kinderrechtskonvention verankerte,  Partizipation der Kinder und Jugendlichen ein wichtiges Anliegen, das mit den Partnern zusammen in der Praxis, umgesetzt werden soll.

Das Programm von terre des hommes legt großen Wert auf die Unterstützung der Vernetzung von ProjektpartnerInnen und Kinderrechtsorganisationen und die Weiterbildung in Kinderrechtsfragen, damit Organisationen und Gruppen vor Ort in der Lage sind die Einhaltung der Kinderrechte zu überprüfen und für Veränderungen einzutreten.

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