Veal Veng – Gemeindeentwicklung und Prävention von Kinderarbeit

Veal Veng – Gemeindeentwicklung und Prävention von Kinderarbeit

Veal VangTerre des hommes fördert verschiedene integrierte Dorfentwicklungsprogramme in Kambodscha.
Durch eine Verbesserung der Lebenssituation (Einkommen, Gesundheit, Bildung) in armen, oft noch durch die Kriegsfolgen gekennzeichneten Gebieten, kann am besten dem Missbrauch von Kindern durch ausbeuterische Kinderarbeit, Kinderhandel, Prostitution und einem Schicksal als Straßenkind vorgebeugt werden. Innerhalb der Programme setzen terre des hommes und seine PartnerInnen das Recht der Kinder auf Partizipation um.

Der Distrikt Veal Veng nahe der Thailändischen Grenze war eines der letzten Bollwerke der Khmer Rouge, bevor die kambodschanische Regierung 1999 die vollständige Kontrolle über das Staatsgebiet erlangte.
70% des Distriktes sind von Wald bedeckt und nur 25% des felsigen und bewaldeten Hochplateaus sind für die Landwirtschaft geeignet.
Der Veal Veng Distrikt gilt wegen seiner schlechten Infrastruktur als einer der ärmsten in Kambodscha und es gibt starke Defizite im Gesundheits- und Bildungssystem.
Da der Distrikt bis 1997 Kampfgebiete zwischen Khmer Rouge und Kambodschanischer Regierung war, befinden sich nach wie vor tausende von Landminen in dem Gebiet, die es zu einem der gefährlichsten in Kambodscha machen.Dorfbewohner bei Bau einer Umzäunung für einen neuen Ententeich
Terre des hommes arbeitet seit 2000 mit lokalen Nichtregierungsorganisationen in Veal Veng zusammen,
die Cambodian Organization for Children and Development (COCD) ist eine davon.
COCD setzt sich für die Entwicklung armer Gemeinden ein, dabei ist ihr besonders auch der Schutz von Kindern vor Ausbeutung und Missbrauch ein Anliegen.
In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Technische Zusammenarbeit wurde von terre des hommes bis 2011 ein integriertes Gemeindeentwicklungsprogramm von COCD unterstützt. Es beinhaltete u.a.:

  • die Organisation von Selbsthilfegruppen in den Gemeinden, die sich für die Entwicklung und die Verbesserung der Lebensbedingungen in ihren Gemeinden einsetzen.
  • Verbesserung der Gesundheitssituation durch Aufklärungskampagnen zum Schutz vor Malaria
  • Finanzierung eines Krankentransporters für das Gesundheitszentrum
  • Fortbildungen für die in der Gegend tätigen Veterinärmediziner, um den Gesundheitszustand des Nutzviehs und somit den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern
  • Anschaffung von Nutzvieh die für Familien (jeweils ein Büffel oder eine Kuh wurden an eine Familie in dem Projekt vergeben)
  • Fortbildung des Gesundheitspersonals in den Gemeinden und damit zu einer besseren Beratung der Bevölkerung in Hygiene und Gesundheitsfragen.

Minenopfer auf dem Weg ins Provinkrankenhausschoolchildren paricipate in the malaria awareness-raising campaigna boy takes care of a cow provided by the project

 

 

 

Durch das Projekt konnte der Lebensstandard vieler Familien gehoben werden und die Armutsrate hat sich sichtbar verringert.
Viele haben durch die Aufklärung zu Gesundheits- und Hygienefragen angefangen ihre Gewohnheiten zu ändern (abkochen von Trinkwasser, Errichtung von Toiletten). Dadurch sind Krankheiten, die mit Hygienebedingungen zusammenhängen, wie z.B. Durchfallerkrankungen, zurückgegangen.

Durch das Projekt fühlen sich die Menschen in Veal Veng nicht mehr allein gelassen und haben wieder Hoffnung in die Zukunft, die sie durch ihre Selbstorganisation auch aktiv mitgestalten und verbessern können.

Von 2012 bis 2013 fördert terre des hommes ein Projekt von COCD zur Verringerung und Prävention von ausbeuterischer Kinderarbeit und anderen Formen von Missbrauch. Neben der Aufklärung über Kinderrechte und die Folgen ausbeuterischer Kinderarbeit, gehören dazu auch die Unterstützung und Schulung von lokalen Organisationen wie z.B. dem Commune Council for Women and Children, damit sie sich dauerhaft und wirkungsvoll gegen Kinderarbeit und Kinderhandel einsetzten können. a girl is pracitcing bomboo basket production one of the skills training
In 3 Schulen werden die Bildung von Kinderräten gefördert und die Alltagskompetenzen der Kinder, z.B. durch die Einrichtung von Gemüsegärten, gefördert.
Kinder, die bereits die Schule verlassen haben oder stark gefährdet sind, werden gezielt ermittelt und je nach ihrer persönlichen Situation gefördert.
Ein lokaler Child Development Fund für gefährdete Kinder und die Organisation von Kinderräten wurde eingerichtet, um eine nachhaltige Verbesserung der Situation von Kindern zu erreichen.

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