Trinkwasserprojekte in Vietnam

Trinkwasserprojekte  in  Vietnam

Terre des hommes unterstützt seit 1996 Trinkwasserprojekte in Vietnam. z.B. in den Gemeinden Hung Vu und Tri Le in der Provinz Lang Son.Bild1
Wassermangel während der Trockenzeit und verschmutztes Wasser während der Regenzeit, waren die Hauptgründe für viele Krankheiten in den Gemeinden.
Für die Wasserbeschaffung mussten weite Wege zurückgelegt werden, eine schwere Arbeit die z.T. die Arbeitskraft eines ganzen Familienmitglieds band. Auch die Kinder wurden für diese Arbeit herangezogen.

Um eine Identifizierung mit dem Projekt zu erreichen, wurde von Anfang an die lokale Bevölkerung in die Planung  und Durchführung stark einbezogen:

  • Der Transport, die Verlegung der Wasserleitungen und der Bau der Wasserspeicher wurde von der lokalen Bevölkerung durchgeführt
  • Die einzelnen Dörfer ernannten Personen, die für die Instandhaltung und den Betrieb des Trinkwassersystems verantwortlich sind.
  • Die Wasserquellen in den Bergen, die genutzt werden sollten, wurden mit Hilfe des Wissens der lokalen Bevölkerung ausgewählt.

Bild3Bild2Bau Wasserspeicher

 

 

 

 

 

Im Rahmen des Projektes wurden vom Projektpartner, dem lokalen Frauenverein, auch Informationsveranstaltungen und Workshops zu verschiedenen Themen organisiert: Hygiene/Gesundheitsfragen, Umweltschutz/Wasserverwendung/Schutz der Wasserquellen, Kinderrechte und Frauenrechte

Das Projekt hat in verschiedensten Bereichen positive Auswirkungen:

  1. Zugang zu sauberem Trinkwasser
  2. Die Menschen sparen Arbeitszeit und Kraft, die sie in  die Landwirtschaft bzw. in Gemeindearbeit investieren können, und es steht jetzt  mehr Zeit für die Familie zur Verfügung.
  3. Die Gesundheitssituation verbesserte sich, die Zahl z.B.  der Durchfallerkrankungen, Hautinfektionen und Augenkrankheiten ging drastisch zurück
  4. Die Hygienebedingungen haben sich  verbessert
  5. Die Kinder haben mehr Zeit für die Schule, da sie nicht mehr so stark zum Wasserholen herangezogen werden. Die meisten Kinder berichteten, dass sich ihre Leistungen verbessert haben und sie jetzt lieber zur Schule gehen.
  6. Auch für die Frauen hat sich die Situation verändert, sie sind stärker in die Entscheidungen der Gemeinden einbezogen und die häusliche Gewalt hat abgenommen.
  7. Durch die besseren Möglichkeiten der Bewässerung und das saubere Trinkwasser für die Nutztiere, hat sich die wirtschaftliche Situation verbessert. Mussten früher teilweise noch Lebensmittel zugekauft werden, gibt es jetzt teilweise sogar Überschuss, der auf dem Markt verkauft werden kann.
  8. Auch der Zusammenhalt in den Gemeinden hat sich nach Aussage der lokalen Bevölkerung durch das gemeinsame Projekt verbessert.

Foto TriLe (10)pFeldHühner

 

 

 

 

Von 2013 – 2014 wird ein weiteres Trinkwasserprojekt in Hoang Van Thu, Provinz Lang Son durchgeführt:

Die Provinz Lang Son ist eine Bergprovinz und liegt 150 km nördlich der Hauptstadt Hanoi.

Lang Son umfasst eine Fläche von 818.725 Hektar. Davon sind nur 108.666 Hektar für Landwirtschaft geeignet.

Die Provinz ist in 11 Distrikte mit 226 Gemeinden aufgeteilt. 21 Gemeinden der Provinz grenzen auf einer Länge von 253 Kilometern an China. Die 746.96 Einwohner gehören verschiedenen ethnischen Gruppen an wie den Tay, Nung, Dao, Hoa, San Chi, H´Mong, Kinh. Die Nung und Tay stellen mit zirka 80 % (Nung: 43 % und Tay: 37 %) die Mehrheit der Bevölkerung. Über 85 Prozent der Menschen leben auf dem Lande und sind in der Landwirtschaft tätig. Das Einkommen aus der Landwirtschaft ist gering, weil die nutzbaren Flächen begrenzt sind. Da die bergigen Felder nicht künstlich bewässert sind, ist meist nur eine Ernte pro Jahr möglich. Die Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion sind weiterhin ungünstig, weil es im Winter sehr kalt wird, in Lang Son hat es in den letzten Jahren sogar oft geschneit.

Der offiziellen staatlichen Statistik zufolge sollen 25 % der Haushalte “wohlhabend” sein und somit die Mittelschicht darstellen, über 50 % sind als „arm“ und 18 % als “Hunger leidend” eingestuft.  Wer in den ländlichen Gebieten ein  monatliches Pro-Kopf-Einkommen von weniger als  400.000 Dong/Monat (ca. 15 Euro) wird als „arm“ eingestuft. Das durchschnittliche Einkommen der Menschen der Ziel-Gemeinden liegt noch unter dem Provinzdurchschnitt.

Aus vielen Familien wandern sowohl Männer als auch Frauen ab, um eine bezahlte Arbeit zu finden. Hierdurch ist die Betreuung der Kinder oftmals nicht mehr gewährleistet, und der Zusammenbruch der Familienstrukturen nimmt stark zu. Mit dem Versprechen eines hohen Einkommens werden viele Frauen nach China gelockt, wo sie in der Prostitution landen oder an chinesische Männer verkauft werden.

Die schnelle Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre hat die Region nicht erreicht, und noch immer sind 30,3 % Kinder unter fünf Jahren unterernährt. In vielen Gemeinden liegt dieser Wert sogar bei 40 % und höher. Die Armut führt zu vielen Problemen. Unter anderem können viele Kinder im Schulalter armutsbedingt die Schule nicht besuchen, oder aber die Schule liegt zu weit entfernt und es gibt keine ausreichenden Transportmöglichkeiten.

Wasser 3Geplante Maßnahmen in Hoang Van Thu:

Um das Problem des Wassermangels und des schweren Wasserschleppens aus abgelegenen Gegenden zu lösen, wird eine saubere Wasserversorgung in acht Dörfern (Tien Phong, Quyet Thang, Bo Chau, Na Pan, Na Phieng, Na Lung, Coc Ma und Khau Pha) der Gemeinde Hoang Van Thu installiert.

Eine Pumpmaschine wird dank der günstigen hohen Wasserstelle nicht gebraucht.

Die Menschen vor Ort werden mit rund 4.000 Arbeitstagen für Bodengraben, Installation der Pipeline und Transport von Baustoffen beitragen. Für die Realisierung benötigt das Projekt  Unterstützung bei der Beschaffung der benötigten Rohstoffe und den technischen Arbeiten.

Jedes der 8 Zieldörfer in der Gemeinde HoangVanThu ernennt eine Person, die die Pflege der Wasseranlage durch Überwachung der Rohrleitungen und Wasserbehälter und die erforderlichen Reparaturen übernimmt. Jede Familie zahlt eine Gebühr von 2.000 VND (10 Cent) pro Monat. Die Gebühr deckt die Arbeitskosten für Wartungspersonal und Ersatzteile der Anlage. Die angesparte Summe ist für die zukünftige Erweiterung des Systems vorgesehen.

518 Familien mit 2.750 Einwohnern profitieren von diesem Projekt.

Vietnam / HUNGVUEine Reihe von Schulungen / Workshops und Seminaren zu Kinderrechten, Frauenrechten und Gesundheits-und Umweltschutz wird für die lokale Bevölkerung und Mitarbeiter/innen der zuständigen Dörfer organisiert. Geplant sind 24 Kurse während der Projektlaufzeit. Die Projektleitung wird Schulungen organisieren, die Programmplanung für Seminare oder Workshops werden den Bedarf der Menschen und Jahreszeiten berücksichtigen. Die Schulungen sollen zu mehr Aufmerksamkeit für Kinder- und Frauenrechte und Reduzierung von Gewalt in der Familie führen. Darüber hinaus bieten sie Informationen bezüglich des Schutzes der Wälder, Flüsse und Wasser-Quellen und zu Gesundheits- und Hygienefragen.

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